Die Fahrt von Kargil nach Srinagar ist mit über 200 km unser längster Streckenabschnitt und es dauert 7 Stunden. Nochmal geht es hinauf über Serpentinen und Pässe immer weiter in Richtung Westen. Die zum Teil schneebedeckten Berge, die tiefen Täler und am Rande davon die Straße, die sich an den Hängen entlangschlängelt. Allmählich geht es dann immer tiefer und es wird grüner.







Die Straße erinnert uns an die Yungas in Bolivien, welche ja auch zu den gefährlichsen Strassen der Welt gehört.
Kashmir gehört zum indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir. Bis 2019 gehörte da auch Ladakh dazu. Ladakh ist jetzt sogenanntes Unionsterritorium und untersteht somit der direkten Verwaltung der Haupstadt Delhi. Die Gebiete in Richtung China und Pakistan sind seit Jahren umkämpft. Tourismus war über viele Jahre hier nicht möglich.
Die Fahrt mit dem Auto von Leh nach Srinagar macht all das nur zu deutlich. Das Bild der Menschen und Orte von Ost nach West ist ein fließender Übergang von der buddhistischen zur islamischen Kultur.
Dazu kommt die Omnipräsenz des Militärs in Form von Fahrzeugen auf den Straßen, in Form von Wachposten an den Straßen und Überflügen von Jagdfliegern. Wir passieren Kolonnen des Militärs bzw. kommen uns solche entgegen. Die Sichtbarkeit der Soldaten und der Technik soll beruhigend auf die Menschen wirken. Und in der Tat sind alle ganz gelassen damit und die Kontrollen der Strassenposten geben sogar uns eher ein Gefühl der Sicherheit.


Am frühen Nachmittag erreichen wir Srinagar und verabschieden uns hier von unseren treuen Gefährten der letzten Woche unserem Guide und unserem Driver. Wir haben uns mit der Zeit immer besser verstanden und viel voneinander gelernt.
Da die Inder den Engländern einst kein Land zum Bau von Häusern geben wollten und es hier den schönen Dal-See gibt, ist aus der Not eine Tugend geworden und die Engländer haben sich in Hausbooten auf dem See niedergelassen. Diese Hausboote sind heute allesamt Unterkünfte für Touristen. Für uns Gelegenheit die Beine auszustrecken und uns auszuruhen.




Das Boot hat 6 Gästezimmer und diesen herrlichen kontinentalen Charme. Zum Boot kommt man nur mit einem kleinen Zubringerboot vom gegenüberliegenden Ufer aus. Der See wird mit alten Maschinen aus Deutschland ständig sauber gehalten. Das heißt die Pflanzen am Grund werden abgetragen und als Dünger auf die umliegenden Felder gegeben.

Soviel mit Ausruhen war es dann aber doch nicht, denn am nächsten Morgen um 5.45 Uhr sind wir zum nahegelegenen schwimmenden Markt gepaddelt worden. Die Ruhe auf dem See ist dennoch wunderbar und die Sonne kommt gerade so über den Horizont.








Vor allem an diesem Morgen einen frischen Kashmiri-Tee aus dem Nachbarboot gereicht zu bekommen ist wirklich cool.
Gegen 10.00 Uhr starten wir mit unserem neuen Guide zu einer Tour durch Srinagar. Alles ist noch etwas gewöhnungsbedürftig für uns. Vor allem die deutlich stärkere Präsenz der Männer im Strassenbild, das Betteln überall wo man nur kurz stehen bleibt und das Gefühl immerzu beobachtet zu werden. Auch mit dem Guide müssen wir erst noch warm werden.






Wir besuchen 2 Gärten und die Jamia Masjid Moschee von Srinagar. Die Parks sind zum Teil in Rekonstruktion aber die Pracht ist dennoch spürbar. Schüler tummeln sich um uns herum und es entsteht das eine oder andere Selfie auf dem wir ganz zufallig mit drauf sind. Wir lassen uns am frühen Nachmittag wieder zum Boot bringen um wirklich mal etwas Ruhe zu haben.
Morgen früh geht es für 2 Tage nach Pahalgam und dann 2 Tage nach Gulmarg. Abschließend dann nochmal eine Nacht auf dem Hausboot in Srinagar bevor der Flug nach Hause ansteht.
Bis zum nächsten und bestimmt letzten Beitrag dieser Reise
Diana und Dirk
Wunderbar, es wirkt wie aus einer anderen Zeit. Es macht es sehr viel Spaß, euch zu folgen und ich beneide euch glühend. Ich bin gespannt, was du uns in Tosa noch zu erzählen hast. Viel Spaß euch beiden, und kommt gesund wieder bis in fünf Wochen. Gerry
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