Ankunft in Leh

Die Nacht in Delhi ist recht kurz, denn schon um 4.30 Uhr wartet unser Taxi vor dem Hotel. Um 7.00 Uhr ist geplanter Start mit der Vistara Airline von Delhi nach Leh. Der Domestic Airport ist 20 Mal größer als der Flughafen von Erfurt. Aber wen wundert es, in diesem riesigen Land mit den inzwischen meisten Einwohnern der Welt.

Die Anzeigetafel der Abflüge weckt schon Fernweh ohne Ende. Der Flug nach Leh ist bei Touristen sehr beliebt, wegen der tollen Aussicht. Diana sitzt links und ich rechts am Fenster, so verpassen wir nichts.

Sehr cooler Anflug zwischen den Bergen hindurch, bevor die Maschine sich in Richtung Landebahn einpegelt. Der Flughafen ist überschaubar aber schon jetzt fällt uns die starke Präsenz des indischen Militärs auf. Auch auf der Fahrt ins Hotel viele Militärposten und Gebäude der Armee. Dazwischen aber ein buntes Treiben der Bevölkerung. Mich erinnert alles ein wenig an Bolivien. Die Felsen, die Farbe der Steine die Gesichter der Menschen. Wahrscheinlich sehen sich die Völker in diesen Höhen eben ähnlich. Leh liegt auf 3500 Meter und wir merken das natürlich auch. Schnelle Bewegungen sind tabu, alles immer schön langsam, in Zeitlupe sozusagen. Im Hotel stecke ich mir den Sauerstoffsensor an und siehe da…

SpO2 von 75%

Ok, dieses Gerät ist sicher nicht das zuverlässigste aber würde ein Patient zu Hause diese Werte zeigen, wären wir möglicherweise beunruhigt. Nach einer Pause gehen wir, schön langsam, durch die City von Leh. Alles etwas kleiner, unruhiger und vielleicht auch etwas schmuddeliger als in Lhasa aber dennoch sehr interessant.

Erstaunlich viele Geschäfte für deutlich weniger Touristen. Unser Guide berichtet, dass deutlich weniger europäische Touristen da sind, vor allem keine deutschen. Er meint diese würden noch mehr an ihren CO2-Fussabdruck denken. Unser schlechtes Gewissen ist ehrlicherweise nicht allzu groß, da wir das ganze Jahr über CO2 sparen wo es nur geht und für uns hier das Erleben von einzigartiger Kultur die Priorität hat.

Apropos Kultur: Diana hat die großartige Idee den kommenden Tag schon um 5.00 Uhr zu beginnen um bei der 7.00 Uhr Puja im Kloster Thiksey dabei zu sein. Klingt erstmal nach Stress ist aber schließlich ein großartiges Erlebnis zum Auftakt des Tages.

Kloster Thiksey

Das Kloster Thiksey ist ca. 22 km von Leh entfernt und eine Puja ist ein wichtiges Ritual im buddhistischen Alltag. Es werden im typischen Sprech-Gesang die Gebete vorgetragen und dazwischen erklingen verschiedene Instrumente. Wir sitzen im Schneidersitz am Rand des Gebetsraumes und lauschen bei Buttertee diesem spirituellen Ereignis.

Anschließend erklingen auf dem Dach des Klosters die Dung Kar, die Schneckenhörner in alle Himmelsrichtungen. Das ist nicht zu beschreiben und einfach nur großartig. Das frühe Aufstehen hat sich schon dreimal gelohnt.

Vom Dach des Klosters schaut man in die Indus-Ebene. Alles leuchtet in einer Klarheit mit unglaublich kräftigen Farben. So haben wir es auch in Tibet erlebt.

Von Thiksey nocheinaml 20 km weiter östlich liegt in einem kleinen Seitenarm des Indus-Tals das Kloster Hemis. Es ist so gut versteckt, dass es über die Jahrhunderte seine Schätze und Pracht bewahren konnte und von den Besatzern nicht gefunden wurde.

Im Hemis Museum werden jahrhunderte alte Artefakte aus dem ganzen Gebiet Ladakh und Kashmir ausgestellt.

Zum Abschluss des Tages ein Abstecher zum Shey Palast. Der Palast war vor langer Zeit der Sitz des Königs von Ladakh und ist jetzt eher ein Kloster. Es wird gerade der ganze Komplex rekonstruiert und eine riesige neue Buddhstatue davor gebaut.

Jetzt sind wir aber auch wirklich am Ende unserer Kräfte und sehnen uns nach einer langen Pause im Hotel. Auf dem Rückweg noch diese schöne Begegnung mit einer heiligen Kuh.

Mit den besten Grüßen aus Ladakh

Diana und Dirk

4 Kommentare zu „Ankunft in Leh

  1. Liebe Bieris, danke für die Einblicke in ein anderes und eine andere Art zu leben und zu reisen. Die Sättigung ist schon spannend 😉. Du sahst aber auch ein bisschen blau aus lieber Dirk. Hoffentlich könnt Ihr schlafen. Liebe Grüße und bleibt gesund Fredi und Thomas

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  2. Es sieht traumhaft aus und weckt in mir ein bisschen die Erinnerung an Myanmar. Schön, dass wir mit teilhaben dürfen.

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  3. Danke Ihr Zwei dass ich teilhaben darf ! Ich bin gespannt auf weitere tolle Bilder und Erlebnisberichte!
    Liebe Grüße aus Geraberg
    Catrin

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