So langsam akklimatisieren wir uns bzw. gewöhnen wir uns an die Auswirkungen der Höhe. Der starke Kaffee zum Frühstück wirkt Wunder und trotz unruhigem Schlaf kann es an das Programm des Tages gehen.
Am Mittwoch stehen das Kloster Stakna, das Kloster Matho und das Dorf Stok auf dem Plan.
Das Kloster Stakna ist ca. 20 km. entfernt und wurde von Lamas aus Bhutan 1618 auf einem Felssvorsprung erbaut. Schon bei der Fahrt die Serpentinen hinauf fällt auf, dass es kaum Menschen in dieser Gegend gibt. Auch im Kloster treffen wir nur einen einzigen Mönch an, der sich aber alle Zeit dieser Welt für uns nimmt, um uns alles zu zeigen.

Besucher sind auch keine weiter da und so genießen wir die Ruhe in diesem farbenfrohen, aufgeräumten und sehr interessanten Kloster. Überall bunte Malereien, Fresken aus Sandelholz und Statuen der Gründer des Klosters. Im Innenhof viele bunte Blumen und reich verzierte Hölzer.




Draussen hat man einen herrlichen Blick über die Indusebene bis zum Kloster Thiksey herüber.

Wir schlendern noch eine Weile um das Kloster und genießen die Ruhe.



Matho liegt auch auf einem Felsen und wurde schon im 14. Jahrhundert gegründet.



Berühmt sind hier die großen Feste, bei denen die Masken, Umhänge und allerlei Schmuck getragen wird. Auch die über 600 Jahre alten Thankas sind in Matho eine Besonderheit.



Da es noch früh am Tag ist beschließen wir den Berg vom Kloster bis zur Straße zu Fuss zurückzulegen. Das macht den Kopf frei und das Wetter ist ja sowieso gut.
Lunch soll es heute bei einer einheimischen Familie geben, wir sind schon sehr gespannt. In Stok, wo auch unser Guide zu Hause ist, sind wir bei einer Familie eingeladen. Der Weg bis zum Hof führt im Schatten von Bäumen, an einem plätschernden Kanal entlang und es erinnert uns irgendwie an die Waalwege in Südtirol.
Überall sind künstliche Bewässerungsgräben zu sehen, die das Wasser des Indus zu den Feldern leiten. Unsere Familie hat ein relativ neu gebautes Haus mit einem sehr bunten Garten davor, mit Blumenkohl, Spinat, Artischocken, Zwiebeln, Brokkoli usw.

Wir bekommen zum Lunch Suppe, Momos, Möhrensalat, hausgemachte Pasta und süß eingelegte Aprikosen zur Nachspeise. Dazu Buttertee und Chang, das selbstgebraute Bier.


Die Speisen allesamt sehr lecker, vor allem die Momos lieben wir ja über alles. Tee und Bier sind wirklich sehr speziell und wir lassen uns nicht nochmal nachschenken. Das alte Bauernhaus gibt es auch noch und hier kann der geneigte Besucher sich das Leben des Bauern in Ladakh von früher erklären lassen.



Wenn man sich vor allem vorstellt wie die Familien bei 6 Monaten Winter, bei bis zu -30 Grad in diesen Häusern ausgehalten haben. Es gibt kaum Holz zum Feuern, kein Gas, kein Öl, oft nur den Dung der Kühe zum Heizen. Wir bedanken uns bei den netten Gastgebern und lassen kleine Geschenke da.
Am Donnerstag Morgen ist der Besuch des Klosters Samkar geplant, doch die Türen sind verschlossen und nur ein verschlafener Mönch kommt im Klostergarten um die Ecke. Das Kloster ist geschlossen, weil alle Mönche in ein anderes Kloster gereist sind, wegen eines Festes. Nun denn, für uns ist das auch nicht so schlimm, wir machen ein paar Fotos im Garten und fahren weiter.
Das nächste Ziel ist der Leh Palace, hoch oben über der Altstadt von Leh.


Der Palast von Leh oder Fort Leh genannt erinnert im Baustil etwas an den Potala-Palast in Lhasa. Das 7-stöckige Gebäude ist um 1600 erbaut und ist Symbol des über die Jahrhunderte gestiegenen Wohlstandes dieser Region. Leh liegt an einem Schnittpunkt der alten Seidenstraße und ist dadurch seit jeher ein wichtiger Handelsplatz.
Die Stufen bis zum obersten Stockwerk sind bei der Hitze und der dünnen Luft mühselig zu erklimmen und immer wieder muss man sich durch die Mini-Türen quälen.

Der Ausblick vom Dach aber ist aber schließlich genial. Die Stadt, das Indus-Tal, die Sechstausender im Hintergrund, Wahnsinn.

Jetzt ist es früher Nachmittag und wir haben noch genügend Zeit durch die Stadt zu schlendern. Es gibt unzählige Shops mit Souveniers für die Touristen und sogar mehrere German Bakerys sehen wir. Auf den Gehsteigen sitzen die Marktfrauen und verkaufen Obst und Gemüse.



Die getrockneten Aprikosen sind ein beliebter Kraftspender für die Ladakhis, vor allem im Winter, wenn es kein frisches Obst und Gemüse gibt. Es macht großen Spaß zwischen den Händlerinnen umherzustreifen und das Treiben zu betrachten. Jetzt haben wir Kaffeedurst und finden das süße LaLa-Cafe in der Altstadt. Unser Guide hat es uns empfohlen und wirklich nicht zu viel versprochen. Auf dem Dach des kleinen, alten Hauses gibt es gerade noch etwas Platz im Schatten und so genießen wir den Snack.




Durch die Gassen der Altstadt zu gehen ist spannend. Nicht nur wegen der alten Häusschen, auch weil man gut auf den Weg achten muss um sich nicht auf dem alten Trampelpfad den Fuss zu verdrehen.



Da heute der 31.8. und Supermond und Bluemoon-Nacht ist, verabreden wir uns mit unserem Guide am Abend an der Shanti-Stupa.

Die Shanti-Stupa liegt über der Stadt und hier ist jeden Tag zum Sonnenuntergang ein buntes Treiben, da die Aussicht auf Stadt und Berge super ist von hier. Heute wie gesagt auch noch ein sehr großer Vollmond und außerdem Bluemoon, was aber nichts anderes heißt als dass es der zweite Vollmond dieses Monats ist. Dummerweise ist der Mondaufgang deutlich später als wir vermutet haben und so müssen wir fast eine Stunde warten, bis „Otto“ sich zeigt.

Dann kommt er doch noch über die Berge gekrochen und es ist inzwischen 20.00 Uhr und die Besuchszeit an der Stupa beendet.
Heute ist Freitag, der 1.9. und es ist unser letzter Tag in Leh. Nach einem entspannten Frühstück auf der Terasse des Hotels geht es zum Kloster Spituk. Spituk liegt auf einem Berg unmittelbar neben dem Flughafen von Leh. Der Flughafen ist auch Basis der Luftstreitkräfte hier in der Grenzregion zu China. Manchmal steigen innerhalb einer halben Stunde 5 Kampfjets auf und fliegen das Grenzgebiet ab. Beide Seiten lassen immer wieder ihre Muskeln spielen, wie das eben so ist…
Vom Kloster aus hat man einen direkten Blick auf die Start-und Landebahn des Airports.

Im Kloster sammeln sich die Mönche so langsam zu einer Zeremonie, welche um 12.00 Uhr beginnen soll. Schon bevor es losgeht kommen wir mit den netten Mönchen ins Gespräch und sie bieten uns leckeren Milch-Tee und Gebäck an. Wir sitzen direkt neben den Langhorn-Bläsern und lassen die Atmosphäre in Ruhe auf uns wirken.



Es ist wirklich erstaunlich, wie offen mit Besuchern umgegangen wird. Selbstverständlich gehört auch genügend Respekt unsererseits dazu und so gehen wir immer im Uhrzeigersinn im Raum herum, verhalten uns ruhig und fotografieren nur wenn es auch erlaubt ist.
Hinterher gehen wir noch etwas im Kloster umher und haben schöne Einblicke in den Alltag der Mönche.



Nachmittags zurück im Hotelzimmer heißt es Sachen zusammenpacken, denn morgen früh geht es weiter nach Alchi.
Viele Grüße aus der Ferne und bis bald
Diana und Dirk
Liebe Bieris, das Blau des Himmels ist unglaublich. Und einfach alles dort. Es ist, wie ein anderes Zeitalter mit einem anderen Lebensrhythmus. Vermutlich drängt die Höhe das den Menschen auf. Die Mönche sehen glücklich und zufrieden aus. Gute Weiterreise und liebe Grüße Fredi
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